Der Polo Caddy

Der Polo Caddy als Kombi und Kastenwagen

Der Volkswagen Caddy – mehr als nur ein Nutzfahrzeug

Mit dem auf der IAA 1995 erstmals gezeigten Caddy rundet Volkswagen seine Nutzfahrzeugpalette nach unten ab und bietet so eine Bandbreite von 1,7 bis 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Auch wenn der Name an den Vorgänger – ein Pick-up auf Basis des Golf I – erinnert, so stellt der in Zusammenarbeit mit der spanischen Volkswagen-Tochter Seat entstandene, neue Caddy eine andere Zielrichtung dar. Der neue Caddy, der als Kastenwagen oder Kombi lieferbar ist, erfüllt in den Punkten Design, Sicherheit, Ausstattung und Komfort alle Voraussetzungen des heutigen Marktes. Mit dem Caddy spricht Volkswagen kleinere und mittlere Gewerbebetriebe an. Für diese Kunden zählen vor allem ein günstiger Anschaffungspreis und niedrige Unterhaltskosten. Der Caddy ist tür dieses wachsende Marktsegment in allen Bereichen bestens gerüstet.
Die Einsatzgebiete des Caddy Kastenwagen liegen vor allem im Transport über kurze Strecken: Kurierdienste, kommunale Unternehmen, kleine Handwerksbetriebe, Servicestellen, Groß- und Einzelhandel. Darüber hinaus ist auch der Umbau zu Spezialfahrzeugen möglich. Der Kombi vereint die Ladekapazitäten des Kastenwagens mit dem Komfort einer geräumigen Limousine und wird so zu einem universell einsetzbaren Freizeitfahrzeug.

Um privaten als auch gewerblichen Nutzern das Fahren mit dem Caddy so angenehm wie möglich zu machen, stellt Volkswagen vier Motoren mit unterschiedlichen Merkmalen zur Wahl:

  • 1,4-1-Benziner mit 44 kW
  • 1,6-1-Benziner mit 55 kW
  • 1,9-1-Diesel mit 47 kW
  • 1,9-1-SDI mit 47 kW

 

Die Basis stellt der moderne 44-kW-1,4-Liter-Motor dar. Er verfügt über die Mehrpunkteinspritzung (MPI), die jeden Zylinder separat mit Kraftstoff versorgt. Die Folge ist sparsamer Umgang mit unverbleitem Superbenzin und gute Durchzugskraft. Der Benjamin der Caddy-Motoren leistet im Drehzahlbereich zwischen 2800 und 3200 Umdrehungen konstant 116 Newtonmeter. Der 55-kW-Motor ist naturgemäß etwas kräftiger: Schon bei 2600 Umdrehungen stellt er 125 Newtonmeter zur Verfügung und verleiht dem Caddy viel Spritzigkeit. Geregelte Dreiwege-Katalysatoren reinigen bei beiden Benzinern die Abgase, so daß die neuesten EU-Abgasvorschriften erfüllt werden.
Die gleiche Voraussetzung erfüllen dank Oxidalionskatalysatoren auch beide Diesel. Die selbstzündenden Saugmotoren haben zwar die gleiche Leistung, aber ein unterschiedliches Arbeitsprinzip. Denn neben dem bewährten, 47 kW starken Wirbelkammer-Motor kommt der neue, gleichstarke Direkteinspritzer (SDI) zum Einsatz. Der wesentliche Unterschied beider Motoren ist, daß beim SDI das Kraftstoff-Luft-Gemisch direkt in den Brennraum eingespritzt wird, während es beim anderen Arbeitsprinzip in einer Kammer verwirbelt wird. Durch das elektronische Motormanagement EDC – Elektronische Diesel-Control – werden beim SDI Verbrauch und Abgase auf das derzeit erreichbare Minimum reduziert. So sammelt der SDI durch seine enorm niedrigen Verbrauchswerte die meisten Pluspunkte.
Die Kraftübertragung erfolgt bei allen Motovarianten über ein vollsynchronisiertes Fünfganggetriebe. Um auch für alle Straßenverhältnisse gerüstet zu sein, bietet Volkswagen gegen Aufpreis in Verlemdung mit ABS eine elektronische Differentialsperre (EDS) an.

Volkswagen bietet den Caddy mit vier Motoren an, die jede Anforderung meistern. Das MPI-Triebwerk, das auch im Polo, Golf und Golf Variant eingesetzt wird, beschleunigt den Caddy in 11,4 Sekunden auf 80 km/h und ermöglicht ein Höchsttempo von 142 km/h. Der 1,6-Liter Motor macht dem kleinen Lastesel kräftig Beine: In nur 11,3 Sekunden spurtet er aus dem Stand auf 80 km/h und erlaubt ein Höchsttempo von 153 km/h. Vor allem bei Überholvorgängen kann er sein Leistungsplus effektvoll umsetzen.
Der direkteinspritzende Dieselmotor (SDI) macht aus dem Caddy gleichzeitig ein flottes und sehr ökonomisches Fahrzeug. Der Verbrauch liegt bei nur 5,8 Litern (DIN-Drittelmix), die Durchzugskraft erreicht das Niveau des stärkeren Benziners. Bei Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit liegen beide Dieseltriebwerke mit 12,1 (SDI) bzw. 12,4 Sekunden und 44 km/h annähernd gleichauf.
Durch den niedrigen Verbrauch beider Selbstzünder lassen sich in Verbindung mit dem 65 Liter fassenden Kraftstofftank somit Reichweiten von bis zu 1000 Kilometern ermöglichen.

Den Charakter eines Nutzfahrzeugs sieht man dem Caddy nicht an. Durch die in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger, die serienmäßige Dachantenne und eine große Auswahl an Außenlackierungen wirkt er eher wie ein Pkw mit erhöhtem hinteren Fahrgast-/Laderaum.
Als besonders praktisch erweist sich beim Caddy die asymmetrisch geteilte Hecktür. Diese Konstruktion ermöglicht in den meisten Fällen das Öffnen nur der breiteren, der linken Türhälfte, was vor allem bei Ladesituationen im Stadtverkehr von großem Vorteil sein kann. Durch Sperrriegel können die Türen nicht durch Windboen aus dem vorgegebenen 90°-Winkel bewegt werden. Werden die Sicherungsriegel ausgehängt, ergeben sich Öffnungswinkel von 180°, die das Einladen von sperrigem Gut oder das Anfahren von Laderampen ermöglichen. Die Türen geben den Zugang zu einem Ladevolumen von 2,9 Kubikmetern frei, beachtlich bei nur 4,23 Metern Außenlänge. Der Laderaum ist 1279 Millimeter hoch, zwischen den Radkästen 1100 Millimeter breit und 1728 Millimeter lang. Genau die passenden Maße, um auch eine Europalette einladen zu können.

 

 

Unterstützt durch die niedrige Ladekante von 52 Zentimetern wird das Beladen der 2,1 m² großen, mit Kunststoff belegten Ladefläche so einfach wie möglich gemacht. Sechs versenkte Ösen ermöglichen rutschsicheres Verzurren im Laderaum. Durch das geringe Leergewicht von 1110 bis 1180 Kilogramm einschließlich Fahrer ergibt sich eine Nutzlast von 550 Kilogramm.
Im Kombi kommt der erhöhte, von innen verkleidete Fahrgastraum natürlich den hinteren Passagieren zugute. Sie genießen durch den großflächig verglasten Aufbau eine phantastische Rundumsicht. Die vorderen der beiden großen Seitenfenster sind zudem ausstellbar, auf Wunsch gibt es tür die hinteren Seitenscheiben praktische Schiebefenster. Hinter der umklappbaren Rücksitzbank mit serienmäßig höheneinstellbaren Kopfstützen ist Platz für jede Menge Gepäck, das dank der niedrigen Ladekante mühelos eingeladen werden kann. Die asymmetrisch geteilten Hecktüren helfen auch hier beim Beladen, egal ob beim Einkauf im Supermarkt oder beim Einladen der Urlaubskoffer. Um die Zuladung von 550 Kilogramm voll auszunutzen, bedarf es dann schon sehr schweren Gepäcks.

Da der Caddy sowohl zum Personen- als auch zum Lastentransport gedacht ist, wurde das Fahrwerk auf eine für beide Zwecke optimale Lösung konzipiert. Die Vorderrader sind einzeln an Dreiecksquerlenkern und Federbeinen aufgehängt, ein Querstabilisator sorgt für eine verringerte Seitenneigung. An der Hinterachse kommt eine mitlenkende Starrachse mit Doppelblattfedern zum Einsatz. Gummilager zwischen den Blattfedern sorgen für guten Fahrkomfort. Durch diese Konstruktion werden weit in den Laderaum ragende Federbeindome vermieden, zugunsten von mehr Ladekapazität. Durch die breite Spur und die groß bemessenen Reiten wirkt der Caddy in allen Fahrsiluationen sicher und gut kontrollierbar. Unter dem Kofferraumboden steckt ein vollwertiges Reserverad.

Auch bei der fünften Marke im Volkswagen-Konzern, den Nutzfahrzeugen, wird das Thema Sicherheit sehr groß geschrieben. So verzögern alle Caddy-Versionen mittels einer hydraulischen Zweikreis-Bremsanlage mit Bremskraftverstärker, die vorn mit Scheibenbremsen und hinten mit selbstnachstellenden Trommelbremsen ausgerüstet ist. Ein lastabhängiger Bremsdruckminderer verhindert ein Überbremsen der Hinterräder.
Als Extra ist für alle Versionen ein Antiblockiersystem lieferbar, das auf Wunsch zusätzlich mit einer elektronischen Differentialsperre (EDS) kombiniert ist.

 

 

Um das Rangieren im Stadtverkehr oder auf engen Platzen so leicht wie möglich zu machen, verfügen alle Caddy über eine servounterstützte Zahnstangenlenkung. Zudem beträgt der Wendekreis nur 10,5 Meter, Rangiermanover werden dadurch erleichtert. Selbstverständlich ist das Lenkrad umschäumt, durch mehrere Umlenkungen wird bei einem Unfall ein Eindringen der Lenksäule in den Fahrgastraum verhindert. In Verbindung mit dem Fahrer-Airbag ist die Lenksäule zusätzlich in der Höhe einstellbar.

Auch bei der Lüftung und Heizung erwartet Caddy-Fahrer und Insassen der Komfort eines Pkw. Die Frischluft wird durch Staub- und Pollentilter gereinigt und über ein vierstufiges Gebläse und vier Ausströmer in der Armaturentafel in den Innenraum geblasen. Die Bedienung von Heizung und Lüftung erfolgt sehr praktisch über gut zu greifende Drehregler. Zusätzlich bietet Volkswagen für alle Caddy-Modelle mit Ausnahme des 1,4-Liter-Motors eine durchsatzkräftige Kiimaanlage mit mechanischer Regelung an, die auch im heißen Sommer oder bei extremer Feuchtigkeit auf der Reise oder während des Arbeitseinsatzes für angenehmes Klima sorgt.

Die Struktur des Caddy-Vorderwagens wurde auf optimale Insassensicherheit ausgelegt. Computerberechnete Knautschzonen erhalten den Insassen den notwendigen Überlebensraum. Zur umfangreichen Sicherheitsausstattung des Caddy gehören höheneinstellbare Automatikgurte vorn – beim Kombi zwei Dreipunkt-Automatikgurte und ein statischer Beckengurt sowie höheneinstellbare Kopfstützen auch hinten. Frontscheibe aus Verbundglas und Seitenaufprallschutz. Airbags für Fahrer und Beifahrer sind als Sonderausstattung erhältlich. Für gute Rücksicht sorgen von innen einstellbare Außenspiegel, abblendbarer Innenspiegel, beheizbare Heckscheiben und eine Wisch-/Waschanlage, die sich an der größeren der beiden Hecktüren befindet. Als Extra sind darüber hinaus noch das Antiblockiersystem, auf Wunsch zusätzlich noch mit elektronischer Differentialsperre, und das Paket „Licht und Sicht“ erhältlich, das Nebelscheinwerfer und beheizbare Scheibenwaschdüsen enthält. Die serienmäßige Transponder-Wegfahrsperre erfüllt die von den Versicherern geforderten Voraussetzungen.

Früher galten die Stadtlieferwagen ausschließlich als reine Nutzfahrzeuge, von Komfort war da kaum die Rede. Der neue Caddy überzeugt seine Insassen schon in der Version als Kastenwagen mit vielen Details:

  • vollständig verkleidetes Fahrerhaus
  • regelbare Instrumentenbeleuchtung
  • zweistufiger Frontscheibenwischer mit Intervallschaltung
  • Warnsummer für Licht und Radio.

Für mehr Komfort sorgen – auf Wunsch und gegen Aufpreis: Zusatzausstattungen nach dem vom Polo bekannten Bausteinprinzip. Der Baustein „Auf und Zu“ beinhaltet elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung, Wärmeschutzverglasung, Klimaanlage (nicht für 44 kW), Radio „alpha“ und Sitzheizung.

Der Kombi verfügt über eine erweiterte Serienausstattung. Sie umfaßt hintere Ausstellfenster, Make-up-Spiegel in der rechten Sonnenblende und Vordersitze mit Einstiegshilfe. Gegen Aufpreis sind zusätzlich zu den beim Kastenwagen angebotenen Extras Schiebefenster statt der seitlichen Ausstellfenster und das „Komfort“-Paket lieferbar. Es besteht aus besonderen Sitzbezügen, asymmetrisch geteilter Rücksitzbank, Radzierkappen und Gepäckraumbodenbelag in Nadelvlies.

Mit seinem zulässigen Gesamtgewicht von 1690 bis 1760 Kilogramm – je nach Motorsierung – ist die Leistungsfähigkeit des kleinen VW-Lasters noch lange nicht erschöpft. Zusätzlich dürfen noch gebremste Anhänger mit einem Gewicht von 800 (1,4-1) bis 1000 Kilogramm gezogen werden. Ungebremst schaffen die Caddy – je nach Version – 480 oder 500 Kilo Anhängelast. So ergibt sich für den Caddy ein Transportgewicht von über eine Tonne im Anhängerbetrieb.

Für einen langen Werterhalt des Caddy sorgt ein umfassender Schutz der Karosserie. Wie bei einem Pkw werden alle Hohlräume zum Schutz vor Kondens- oder Spritzwasser vollautomatisch mit Heißwachs versiegelt, weiterhin ist ein Großteil der Bleche partiell verzinkt. Volkswagen gewährt für alle Caddy eine Durchrostungsgarantie von sechs Jahren.

Da Standzeiten in der Werkstatt für ein gewerbliches Nutzfahrzeug auch immer einen Verdienstaustall bedeuten, hat Volkswagen für den Caddy große Wartungsintewalle realisiert. Nur alle 30.000 Kilometer ist ein Inspektionsservice fällig, die Ottomotoren und der SDI benötigen nur alle 15.000, der Wirbelkammerdiesel alle 7500 Kilometer frisches Motoröl.
Durch das große Netz von Volkswagen-Händlern ist nicht nur überall in Deutschland ein prompter und zuverlässiger Kundendienst inklusive einer schnellen Ersatzteilversorgung gewährleistet.

 

 

 

Weiterführende Links
>> Polo Caddy: Technische Daten

 

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